Dorfservice

Projektträger: Verein für Haushalts-, Familien- und Betriebsservice

Das Dorfservice in der Leader-Region Großglockner/Mölltal – Oberdrautal bietet Leistungen für die soziale Versorgung in den Gemeinden der Region. Gleichzeitig fungiert das Dorfservice als Informationsdrehscheibe für die Vermittlung von Leistungen von Organisationen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Mit dem Dorfservice werden auch neue Arbeitsplätze für Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, geschaffen.

1. Ausgangslage

Die demografische Entwicklung in der Leader-Region Großglockner/Mölltal (Bezirk Spittal) bringt eine starke Struktur­verände­rung in der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung.

Im weitläufigen Bezirk Spittal ist die Mobilität älterer Menschen stark eingeschränkt. „Stolperstein“ dabei ist die schwindende Nahversorgung, die eine größere Anzahl sozialer Netzwerke außerhalb der Familie erfordert. Überalterung und Abwanderung machen die Suche nach neuen Konzepten nötig.

Die Großfamilie als soziales Netz fällt weitgehend weg. Nachbarschaftshilfe wird zunehmend schwerer organisierbar, weil berufs­tätige Frauen, abgewanderte junge und aktive Menschen für rasche Soforthilfe nicht zur Verfügung stehen. Angebote für Personen, die Un­terstützung in ihrem Alltag benötigen - die früher die Nachbarschaftshilfe abdeckte - fehlen.

2. Zielsetzungen des Projektes

  • Das Dorfservice bietet gemeindenahe, soziale Versorgung von älteren Men­schen, Fami­lien und pflegenden Angehörigen im Bezirk Spittal.
  • Es reagiert auf die demografische Entwicklung und veränderten Haushaltsstruk­turen durch Aufbau, Begleitung und Koordination von ehren­amtlichen Gruppen.
  • In alle Gemeinden schließen sich BürgerInnen mit gleichen Interessen zusammen, Sportvereine, Musikgruppen, Sänger u.v.m. Doch sozial engagierte Menschen arbeiten im Stillen und meistens alleine. Das Dorfservice bietet diesen Personen eine Plattform und die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Die Gruppen werden von der Projektkoordination und von der Dorfservicemitarbeiterin begleitet.
  • Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen schenken der Bevölkerung einen Teil ihrer Freizeit und bekommen durch das Dorfservice regelmäßige Treffen, Weiterbildungen, Erfahrungsaustausch und Supervisionen geboten. Sie bieten folgende kostenfreie Dienstleistungen an:
  • Fahrtenservice
  • Besuchsdienst
  • Begleitung zu Kirche und Friedhof
  • Einkaufsservice
  • Kurzfristige Kinderbetreuung
  • All diese Angebote werden durch unsere Dorfservice Mitarbeiterinnen koordiniert, also eine Ansprechperson für so viele Dienste.
  • Das Dorfservice fungiert als Informationsdrehscheibe und vermittelt Angebote von Einrichtungen im Sozial- und Ge­sund­heitsbereic
  • Es bietet praktische Unterstützung für Familien in Ausnahmesituationen:

Erika K. 35 Jahre, Mutter von Maria und Thomas, stürzt beim Fensterputzen von der Leiter und bricht sich das Bein. Was nun? Ihr Mann kommt erst spät abends nach Hause, die Großeltern leben weiter weg. Doch noch bevor die Kinder nach Hause kommen, hat Erika bereits die Dorfservice-Mitarbeiterin angerufen. Eine gute Entscheidung, denn schon wenige Stunden später steht diese in der Küche und bereitet Käsnudel zu. Für den nächsten Tag hat sie eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Dorfservice für die Nachmittagsbetreuung der Kinder organisiert.

Oder folgendes Beispiel:

Es ist Freitagnachmittag - und Anna B. (82) erfährt, dass sie umgehend im Krankenhaus behandelt werden muss. Ein Schock – denn ihr 85jähriger Mann ist pflegebedürftig. Verzweifelt wendet sich Anna B. an die Sozialreferentin im Gemeindeamt. Diese kontaktiert die Dorfservicemitarbeiterin, die innerhalb kurzer Zeit eine ganztägige Betreuung des Ehemannes organisiert.

Ein Fall wie er täglich passieren kann.

  • Das Dorfservice schafft Arbeitsplätze für Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Zudem wirken ehrenamtliche MitarbeiterInnen im Dorfservice mit. Kooperationspartner des Dorfservice sind auch andere Organisationen, die Leistungen im Sozial- und Gesundheitsbereich anbieten.

3. Maßnahmen zur Erreichung der Zielsetzung

  • Aufbau von tragfähigen und funktionierenden Netzwerken im Sozialbereich auf Ge­meinde- und Bezirksebene
  • Einrichten von sozialen Kompetenzzentren in den Gemeinden zur Wissensbil­dung und um Kooperationen zwischen sozialen Initiativen zu fördern.
  • Lücken in der Betreuung von SeniorInnen, die noch kein „Pflegefall“ sind, aber den­noch Unterstützung brauchen, schließen
  • Erhöhung der Mobilität von SeniorInnen durch zielgruppengerechte Angebote und Schaf­fung von Begegnungs- und Kommunikationsräumen
  • z.B. durch den Fahrten- und Einkaufsservice, durch Veranstaltungen wie Kino, Spielnachmittage, Treffpunkt Dorfservice Veranstaltungen usw.
  • Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch Beziehungsarbeit, Wissensbil­dung und Erfahrungsaustausch in Kooperation mit dem Projekt „Gesunde Gemeinde“
  • Aufbau von passenden Strukturen für gemeindeübergreifende Serviceleistungen (1 Dorfservice-Mitarbeiterin betreut 2 – 3 Ge­mein­den)
  • BerufswiedereinsteigerInnen für ihre hauptamtliche Beschäftigung im Dorfser­vice quali­fiziert
  • Ergebnisse und Angebote durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit kommunizieren
  • Prozessbegleitende Evaluation und Umsetzung der Erkenntnisse

4. Projektlaufzeit

April 2008 – März 2011

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